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Studie aus Ungarn: Wie das Trainer-Athleten-Vertrauen Selbstvertrauen und psychische Gesundheit stärkt

21 September 2026 · 2 min read

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Article image by Vitaly Gariev
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Budapest, Ungarn, Quelle:

Die psychische Gesundheit ist ein entscheidender Pfeiler sportlicher Leistung. Sie wird jedoch oft im Schatten des körperlichen Trainings vernachlässigt. Athleten stehen unter enormem Druck durch Leistungs expectations, Verletzungsrisiken und die Unsicherheit ihrer Karriere. Diese Faktoren erhöhen die Anfälligkeit für Angstzustände und Depressionen. Unterstützende zwischenmenschliche Beziehungen wirken als wichtiger Schutzfaktor. Besonders die Beziehung zum Trainer spielt dabei eine zentrale Rolle. Eine aktuelle Querschnittsstudie an ungarischen Sportlern untersucht, wie die Qualität der Trainer-Athleten-Beziehung das mentale Wohlbefinden über das kompetitive Selbstvertrauen beeinflusst.

Die Forschung orientiert sich am Rahmenwerk des Gold Medal Profile for Sport Psychology. Sie prüft, ob die wahrgenommene Beziehungsqualität zwischen Trainer und Athlet indirekt mit dem emotionalen, psychologischen und sozialen Wohlbefinden zusammenhängt. Dieser Zusammenhang wird über das kompetitive Selbstvertrauen vermittelt. Die Studie umfasste 211 ungarische Athleten aus Mannschafts- und Einzelsportarten. Sie reichten vom Amateur bis zum Profisportler. Zur Datenerhebung kamen validierte Instrumente zum Einsatz. Dazu gehörten der Coach-Athlete Relationship Questionnaire (CART-Q), die Selbstvertrauensskala des Competitive State Anxiety Inventory-2 (CSAI-2) sowie das Mental Health Continuum–Short Form (MHC-SF).

Die Ergebnisse zeigten signifikante positive Zusammenhänge zwischen der wahrgenommenen Beziehungsqualität und dem kompetitiven Selbstvertrauen. Ein höheres Selbstvertrauen ging mit einem besseren emotionalen, psychologischen und sozialen Wohlbefinden einher. Statistische Analysen bestätigten, dass das kompetitive Selbstvertrauen als Mediator wirkt. Das bedeutet, dass hochwertige Beziehungsstrukturen mit Trainern das Vertrauen stärken. Dieses gesteigerte Vertrauen fördert wiederum die allgemeine psychische Gesundheit. Spezifisch wurden indirekte Effekte für das emotionale Wohlbefinden (β = 0,11), das psychologische Wohlbefinden (β = 0,12) und das soziale Wohlbefinden (β = 0,08) beobachtet. Besonders bemerkenswert ist, dass das psychologische Wohlbefinden die stärkste Korrelation mit dem Selbstvertrauen aufwies. Dies liegt wahrscheinlich an der engen Verbindung zur kompetenzbezogenen Funktionsweise.

Das Querschnittsdesign erlaubt keine kausalen Schlussfolgerungen. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung von Trainingsumgebungen, die auf Vertrauen, gegenseitigen Respekt und offene Kommunikation setzen. Trainer haben eine Schlüsselrolle bei der Interpretation von Feedback und Leistungs expectationen durch ihre Athleten. Sie beeinflussen damit maßgeblich das Selbstvertrauen dieser Sportler. Diese Erkenntnisse stimmen mit der Selbstbestimmungstheorie überein. Diese Theorie besagt, dass unterstützende zwischenmenschliche Klimata die grundlegenden psychologischen Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit erfüllen. Dies führt zu adaptiven Ergebnissen.

Die Studie zeigt potenzielle Ansatzpunkte für die Trainerausbildung auf. Dazu gehören klare, individuelle Rückmeldungen und die Schaffung psychologisch sicherer Räume. In diesen Umgebungen fühlen sich Athleten wohl, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass Trainer keine mentalen Gesundheitsfachkräfte ersetzen sollten. Praktiken zur Stärkung des Selbstvertrauens sollten vielmehr Teil eines umfassenderen Unterstützungssystems sein. Zukünftige Längsschnittstudien und interventionsbasierte Forschungen sind notwendig. Sie sollen die zeitliche Abfolge und kausalen Mechanismen klären. Zudem gilt es weitere vermittelnde Faktoren wie Resilienz und psychologische Sicherheit zu untersuchen.

Zusammenfassend trägt diese Forschung zu einem prozessorientierten Verständnis der psychischen Gesundheit bei. Sie betont, dass starke Trainer-Athleten-Beziehungen nicht nur leistungssteigernd sind. Sie sind grundlegend für den Aufbau von Selbstvertrauen und die Förderung des ganzheitlichen Wohlbefindens. Durch die Integration von Beziehungsarbeit und vertrauensfördernden Strategien in Coaching-Konzepte können Sportorganisationen Umgebungen schaffen. Diese Umgebungen fördern sowohl den Geist als auch den Körper der Athleten.